New PDF release: Der Mensch in der Psychiatrie: Für Jan Gross

By Thea Schönfelder (auth.), Dr. med. Friedemann Pfäfflin, Dr. phil. Hertha Appelt, Dr. med. Michael Krausz, Dr. med. Michael Mohr (eds.)

ISBN-10: 3642741010

ISBN-13: 9783642741012

ISBN-10: 3642741029

ISBN-13: 9783642741029

In 33 Einzelbeiträgen behandeln führende Wissenschaftler aus der Psychiatrie des In- und Auslandes zentrale Fragestellungen der Psychiatrie: - Das Menschenbild in der Psychiatrie, Möglichkeiten und Grenzen psychiatrischen Denkens und Handelns, Fragen des Krankheitsbegriffs, Sexualität und psychische Erkrankung, Psychotherapie und Zeitgeist, anthropologische Aspekte psychiatrischer Alterserkrankungen - Extremsituationen, Psychiatrie der Verfolgten, KZ-Haft und psychische Traumatisierung, sowie völlig neue Ergebnisse über die Rolle der Universitätspsychiatrie Hamburgs im Kontext der NS-Psychiatrie - zur Psychiatriereform, den Grundrechten in der Psychiatrie, dem Konzept "sexueller Gesundheit" der WHO - zur Erforschung der therapeutischen Beziehung in der Psychiatrie, zu Übertragung und Gegenübertragung und zu deren Einfluß und Auswirkung auf Theoriebildung einzelner Krankheitsbilder und Behandlungsergebnisse.

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So sehe ieh den "Haupt"Gewinn einer solchen taxonomischen Ordnung auch darin, daB sie versucht, zur allgemeinen Durchsetzung einer solchen okonomischen Rationalitat - durchaus auf Kosten der einzelnen Individuen - beizutragen. Wenn, was herauskommt, manches auch rur den einzelnen nicht stimmt, rur die Gruppe ergeben sich eines Tages moglicherweise dann doch hinreichende Wahrscheinlichkeiten, um eine okonomisch vemiinftige Entscheidungsbildung moglich zu machen. Dies alles konnte die bisherige psychiatrische Diagnostik - mangels Operationalisierbarkeit - nieht leisten, sie war darur allzu anfechtbar.

Des Denkens seIber als unausgedehntem Akt, das gerade jene Ausgedehntheit als Res extensa erst denkt. Wenn Descartes auch kein Dialektiker war, ist in dieser Denkfigur doch schon ein Keirn fUr die Artikulation der Dualitiit von Korper und Seele in Form eines dialektischen Verhiiltnisses zwischen ihnen angelegt. Explizit oder implizit dialektisch bleibt die Vorstellung zwischen Korperlichem und Seelischem dann iiber Hegel und die N aturphilosophie, iiber die Schulen der Somatiker und Psychiater, bis zu Pinel (1801) und Griesinger (1872): Fiir diesen letzteren sind aIle Geisteskrankheiten, wie wir wissen, Gehimkrankheiten, werden aber zumeist gleichwohl durch soziale oder seelische Einwirkungen verursacht.

Die Heilungsinteraktion ist ein kulturell determiniertes intersubjektives Geschehen, mehr als ein schulisch-technisches Machen. Der Patient muB fiihig und willens sein, in der Heilsinteraktion in einer heilungsfordernden Weise mitzuarbeiten. Krankheitsuneinsichtige Patienten konnen das nicht. Manche verleugnen den Krankheitswert ihrer Erlebnisse und ihres Verhaltens. Andere sind so in eine der Common-sense-Realitat entriickte Sonderwelt (Derealisation, Autismus) eingetaucht, daB sie nicht im HeilungsprozeB mithelfen konnen.

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Der Mensch in der Psychiatrie: Für Jan Gross by Thea Schönfelder (auth.), Dr. med. Friedemann Pfäfflin, Dr. phil. Hertha Appelt, Dr. med. Michael Krausz, Dr. med. Michael Mohr (eds.)


by Paul
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